„Wir investieren in die nächste Generation von Marktplätzen“

Die Styria Digital Marketplaces gehen als Lead-Investor im Marktplatz-Startup Fonds Speedinvest X2 an den Start. Damit soll vor allem im Bereich der frühphasigen Geschäftsentwicklung Akzente gesetzt werden. Marktplatz-Chef Mike Berger gibt tiefere Einblicke in die Beweggründe für diesen wichtigen Schritt.

 

Warum ist es für die Marktplätze der STYRIA wichtig, bei Speedinvest X2“ zu investieren?

MIKE BERGER: Einer der Gründe dafür, dass wir heute ein Portfolio von lauter marktführenden digitalen Marktplätzen wie beispielsweise willhaben in Österreich haben ist, dass wir früh genug damit gestartet sind und dann konsequent den Aufbau vorangetrieben haben. Und der auf Marktplätze spezialisierte Fonds „Speedinvest X“ ermöglicht es uns, sehr effizient gleichzeitig in viele neue Ideen bzw. Startups zu investieren. Das soll uns dabei helfen, früh neue spannende Potenziale zu erkennen und diese Felder für uns zu erschließen. Denn wenn ein Markt einmal marktführend besetzt wurde, ist es in aller Regel sehr schwierig und teuer nachzuziehen.

Wie funktioniert so ein Fonds eigentlich?

BERGER: Im Grunde ist es sehr einfach. Speedinvest X selbst besteht aus einem Team von Marktplatz-Spezialisten, deren Aufgabe es ist, aus tausenden Marktplatz-Startups die Vielversprechendsten herauszufiltern. Diese werden dann erstmal im Detail analysiert, das Potenzial eruiert und das Gründerteam auf Herz und Nieren geprüft. Wenn alles passt, investiert der Fonds dann meist über mehrere Schritte hinweg in den Aufbau des Unternehmens und begleitet bzw. unterstützt das Startup in vielen Bereichen. Trotz aller Sorgfalt scheitern trotzdem viele der Startups bereits bald wieder, andere entwickeln sich ok und ein paar wenige werden richtig erfolgreich. Als Fonds mit einem entsprechenden Portfolio hat man durch die Diversifikation dann eine gute Chance, dass der Ertrag aus den erfolgreichen Investments die Verluste der anderen Investments übersteigt. Und das war bei Speedinvest bisher auch der Fall.

Und was ist die Motivation der Styria in den Fonds zu investieren?

BERGER: Wir sehen Speedinvest primär nicht als Kapitalanlageform, sondern der eigentliche Grund für das Investment liegt ganz woanders: Gemäß unserer Marktplatz-Strategie nützen wir Speedinvest um unser Ohr noch näher am Markt und an den Trends im Marktplatzbereich zu haben. Durch unsere Beteiligung haben wir tiefen Einblick in den sogenannten Dealflow, sprich welche spannenden Startups gerade entstehen und welche Geschäftsmodelle und Trends Fahrt aufnehmen. Man könnte auch sagen, unsere Fondsbeteiligung ist eine Investition in Markt- und Trendforschung, die sich im besten Fall selbst refinanziert bzw. sogar Gewinne macht. Zusätzlich gibt es uns die Möglichkeit spannende Startups früh zu sehen und uns gegebenenfalls auch direkt an ihnen zu beteiligen, wenn der Kaufpreis noch in vernünftigen Dimensionen ist.

Welche neuen Marktplätze entstehen denn gerade da draußen? Welche Trends siehst du?

BERGER: Tatsächlich hat die Reise der digitalen Marktplätz erst so richtig begonnen. Es gibt einen klaren Trend in die Richtung der Etablierung von Business-to-Business Marktplätzen, wie beispielsweise Schüttflix. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Bauunternehmen mit Anbietern von Baumaterial zu verbinden und auch zum Teil die Logistik mit zu managen. Dies ist ein Milliardenmarkt in der DACH-Region, der bisher völlig nicht-digitalisiert funktioniert und große Optimierungspotenziale aufweist. Und es gibt unzählige weitere solcher Beispiele im B2B-Bereich, die nur darauf warten, digitalisiert zu werden. Ein weiterer Trend ist sicher auch im Bereich der Sharing Economy und generell in Mietmodellen zu finden. Die Trendforscher sagen beispielsweise, dass in einigen Jahren die wenigsten Menschen, die in der Stadt wohnen, ein Auto besitzen, sondern eher kurzfristig eines mieten werden. Das Spielfeld ist also riesig und es ist wichtig für uns, früh genug auf das richtige Pferd zu setzen. Dabei wird Speedinvest ein perfekter Partner für uns sein.

Bild: Mike Berger, Head of Styria Digital Marketplaces (c) ballguide/Pajman