Wienerin-Redakteurin zählt zu den besten unter 30 Jahren

VON PHILIPP LACKNER
 

Magdalena Pötsch (26) wurde unlängst vom Branchenmagazin „Der österreichische Journalist“ unter die besten 30 Nachwuchs-Journalistinnen und Journalisten des Landes gewählt. Für die 26-jährige ist es eine Anerkennung für die gesellschaftspolitischen Geschichten, die sie schreibt.

 

Während andere mit Mitte 20 nicht wissen, was sie einmal beruflich machen wollen, stand das für Magdalena Pötsch schon relativ früh fest: Schreiben, ja, das habe ihr immer schon Spaß gemacht, sagt sie, entspannt im Ton, aber bestimmt, was ihre Haltung angeht: „Mir war es immer wichtig, mich für gesellschaftlich Relevantes einbringen zu können.“ Seit Februar arbeitet die gebürtige Oberösterreicherin für die Wienerin. Dort kann sie genau das tun, was ihr am Herzen liegt: „Eine mediale Stimme sein, laut für Gerechtigkeit und Gleichstellung“

Die Reportagen, die sie im Frauen-Magazin der STYRIA publiziert hat, haben auch in der Redaktion des Österreichischen Journalist Anklang gefunden – und ihr einen Platz unter den 30 besten unter 30 eingebracht. Pötsch: „Ich habe in der Vergangenheit häufig progressive Themen aufgegriffen – und es freut mich sehr, dass das auch im Rahmen der Auszeichnung Anerkennung findet.“ Aber das kommt nicht von ungefähr, Einsatz ist gefragt und der Mut, sich unbequemen Wahrheiten zu stellen und darüber auch im Detail zu schreiben.

So hat sie unlängst einen Drogenkonsumraum in Hamburg-St.Pauli besucht, dort, wo sich Suchtkranke unter Aufsicht Heroin spritzen können. Sie war in Tansania, um über die Rolle der Frau bei den Masai zu berichten, derzeit recherchiert sie auf Festivals über Line-ups, die größtenteils aus männlichen Künstlern bestehen. Damit“, so sagt sie selbstbewusst, „wollen wir auf die (Un)Sichtbarkeit von Frauen in der Musikbranche aufmerksam machen und natürlich auch medialen Druck auf VeranstalterInnen ausüben.“ Und: „Die spannendsten Geschichten sind halt draußen.“ Die Wienerin sei für ihre Ideen das richtige Medium: „Es passt einfach thematisch sehr gut zusammen.“  

Fragt man sie nach Zielen in ihrer Karriere, entlockt man ihr nur ein sanftes Schmunzeln. Das mit der Führungsposition habe für sie nie oberste Priorität gehabt. Vielmehr formuliert sie es so: „Ich möchte meine Stimme nutzen, um patriarchale Strukturen aufzubrechen.“ Auch das kann ein Ziel sein. Eben eines für die Gesellschaft: „Irrsinnig cool“, findet sie das, was sie tut und auch journalistisch notwendig.

In einer Randnotiz erzählt sie, dass sie demnächst ihr Publizistik-Studium beendet haben wird. Titel der Master-Arbeit: „Narzissmus und Egoismus unter JournalistInnen“. Dabei spart sie nicht mit Selbstironie – und Reflexion: „In der Arbeit geht es auch um Problematik von Auszeichnungen.“