Wie 24sata und Večernji list den Erdbebenopfern in Kroatien Hoffnung schenken

Unsere beiden kroatischen STYRIA-Tageszeitungen haben gleich nach dem jüngsten Erdbeben im südlichen Nachbarland eine Hilfsaktion für die Betroffenen ins Leben gerufen: mit Einnahmen aus dem Einzelverkauf, aber auch mit Unterkünften.

VON PHILIPP LACKNER

Das Erdbegeben mit der Stärke 6,2 auf der Richterskala schlug in der Region rund um die Kleinstädte Glina, Petrinja und Sisak mit voller Wucht zu: Sieben Menschen starben, darunter ein 13-jähriges Mädchen. Schätzungsweise 40.000 Häuser und Gebäude wurden beschädigt, mehrere Tausend müssen abgerissen werden Eine Katastrophe für Kroatien und besonders für die Gegend, die zu den ärmsten im Land gehört.

„Unmittelbar nach dem Erdbeben haben wir beschlossen, alle unsere Einnahmen aus unserer Neujahrsausgabe zu spenden. Unser Hauptverteiler Tisak hat zugestimmt, ebenfalls einen Teil der Einnahmen den Erdbebenopfern zu geben“, erzählt 24sata-Chefredakteur Goran Gavranović. Der Ausgabentitel lautete: „Jede Kuna aus dieser Ausgabe geht an die Opfer des Erdbebens“. Und die Reaktion der Leser-Community war gewaltig: „Fast die gesamte Auflage war ausverkauft. Die Summe, die wir und Tisak spenden werden, beträgt etwa 300.000 Kuna, oder etwas weniger als 40.000 Euro“, so Gavranović, dessen Team natürlich auch auf 24sata.hr – übrigens die meistbesuchte Website in Kroatien – aufgerufen hat, Informationen über Menschen in Not und über Spendenmöglichkeiten zu teilen. Das gesammelte Geld wird an die Initiative „Ljudi za ljude“ („Menschen für Menschen“) überwiesen, die sich um die Gegend von Glina kümmert. Fünf Menschen sind bei dem Erdbeben alleine dort gestorben.

Der Spenden-Idee von 24sata schloss sich auch Večernji list an: die Einnahmen aus dem Verkauf der Zeitung vom 31. Dezember 2020 kommen dem Erdbebenhilfsfonds zugute. „Ich bin stolz darauf, dass wir sofort nach dem Erdbeben einen Weg gefunden haben, den Menschen zu helfen, die darunter gelitten haben“, so Geschäftsführer Renato Ivanus.

Die erste Spende aus dem Verkauf von „VL“ wird rund 30.000 Euro betragen. Geplant ist aber, die Aktivitäten fortzusetzen. „Sobald es möglich ist, Zeitungen in diesem Gebiet zu verteilen, werden wir mit Hilfe unserer Partner Hunderte von kostenlosen Exemplaren der Večernji list zur Verfügung stellen. Außerdem wollen wir mit unseren Partnern ein Haus für eine Familie bauen, die ihr Heim bei dem Erdbeben verloren hat. Ich glaube, dass uns auch das gelingen wird“, hofft Ivanus.

Neben dem Geldbetrag hat 24sata auch zwei Camping-Unterkünfte gespendet: Eine wurde in den Farben von 24sata gestrichen, eine andere in den Farben des 24sata-Video-Netzwerks Joomboos. Die Initiative dafür kam von Journalisten, die über das Erdbeben berichteten. „Wir brauchten ein paar Tage, um die provisorischen Häuser vorzubereiten, eines als Küche und als Wohnzimmer-Ersatz, eines zum Schlafen.“ Sie stehen nun der zwölfköpfigen Familie Horvat in Glina zur Verfügung, deren Zuhause nach dem Erdbeben eine Ruine ist. Gavranović: „Wir sind als Organisation sehr stolz auf diese Aktion, auch wenn wir wissen, dass das nur ein kleiner Betrag ist.“