Styrianer-Staffel rennt 730 Kilometer quer durch Österreich

Klaus Höfler, Clemens Ticar und Klaus Molidor war die Strecke von Los Angeles nach Las Vegas im Jahr 2019 nicht genug – heuer haben die drei mit Unterstützung einiger Enthusiasten 730 Kilometer vom Boden- bis zum Neusiedlersee in der Staffel bewältigt: in fünf Tagen.

VON PHILIPP LACKNER

An der Bühne der Bregenzer Festspiele schüttete es beim Start wie aus Eimern: Keine guten Vorzeichen für das Vorhaben, die Republik per pedes zu durchqueren – schließlich sollte es vom äußersten Westen in den äußersten Osten gehen: bis zur Seebühne in Mörbisch. Das Wetter konnte Klaus Höfler, Clemens Ticar (Kleine Zeitung) und Klaus Molidor (SPORTaktiv) nicht abschrecken, zu wichtig war es ihnen, das Projekt „From Lake to Lake“ in der Staffel auch durchzuziehen. Und siehe da: „Wir hatten Glück, der Regen hörte auf und es folgten vier Tage lang tolle Bedingungen bei 24 Grad – zum Laufen hätte es nicht besser sein können“, erzählt Molidor.

Mit im fünfköpfigen Team waren auch noch Joachim „Joe“ Hirtenfellner, Pressesprecher der Karl-Franzens-Uni Graz und Unternehmer Thomas Sommeregger, dazu erhielt die Truppe streckenweise Unterstützung von drei Gast-Läufern. Begleitet wurden sie von Matthias Aberer, der das Unternehmen filmte. 150 Kilometer sollten es täglich werden – und so steckten jedem Hobby-Athleten abends zwischen 20 und 40 Kilometer in den Beinen, also mindestens ein Halbmarathon. „Da denkst du dir: um Gottes willen!“; schildert Molidor, Chefredakteur von Österreichs größtem Freizeitsport-Magazin die Strapazen. „Aber auch daran gewöhnt man sich.“

Laufend die Heimat erleben
Nach einem Abenteuer in den USA, wo die drei Styrianer 2019 von Los Angeles bis nach Las Vegas gelaufen sind, hätte es in diesem Jahr ans Meer gehen sollen. Aber daraus wurde in Corona-Zeiten nichts. Deswegen brachte Kleine-Zeitung-Redakteur Klaus Höfler den Vorschlag ein: „Dann rennen wir halt durch Österreich.“ Gesagt – und nach absolviertem, letztlich für alle negativen Corona-Test – auch getan. Ein Wohnmobil diente als Erholungsraum für die, die gerade nicht ihr Pensum abspulen mussten, übernachtet wurde in Low-Budget-Unterkünften, teilweise in Stockbetten. Es ging ums Ziel, um das gemeinsame Ankommen, darum, die Schönheit der Heimat im Laufschritt mitzunehmen, ihre Vielfalt zu erleben. Der wahre Luxus.

Von Hürden und Highlights
Natürlich, die Herausforderungen waren nicht ohne. Etwa den nebeligen Arlberg rechtzeitig zu überqueren, bevor er wegen eines Bergrennens gesperrt wurde. Oder unbeschadet die Strecke von Mittersill nach Altenmarkt in Salzburg zu überstehen, die B311. „Der Verkehr ist ein Wahnsinn, deswegen haben wir so gut als möglich versucht, auf andere Routen wie Radwege auszuweichen“, erzählt Molidor.

Und natürlich nahmen die drei es auch unzählige, unvergessene Eindrücke von der Schönheit des Landes mit: „Die Schneefelder im Gebirge, Bäche, Wälder, Wiesen, Wasserfälle, der Übergang vom Alpinen in die Ebenen – es ist sehr beeindruckend, wie sich Österreich verändert!“

Molidors Fazit nach 730 Kilometern Staffel-Lauf: „Obwohl es ein Einzelsport ist, schweißt so etwas unglaublich zusammen – letztlich hat uns, um André Agassi zu zitieren, die Ziellinie angesaugt.“ Auch im nächsten Jahr plant die Truppe ein Lauf-Abenteuer, was genau, steht noch nicht fest. Fix dagegen ist: Im Herbst wird es ein Video vom Projekt „Lake to Lake“ geben.