Staatspreis für Brigitte Schwens-Harrant

„Sie spielt mit ihren Zeitschriftenbeiträgen und Büchern als klug und sensibel urteilende Kritikerin und Essayistin eine gewichtige Rolle im literarischen Leben unseres Landes." So formulierte es Robert Stocker, Leiter der Literaturabteilung im Bundeskanzleramt, in Vertretung von Kulturminister Josef Ostermayer, bei der Übergabe des Staatspreises im Kongresssaal am Ballhausplatz. Wir, ihre Kolleginnen und Kollegen von der FURCHE, haben uns das natürlich immer schon gedacht – aber umso schöner ist es, das von kompetenter Seite, im Wortsinn offiziell bestätigt zu bekommen. Unterstreichen können wir auch einen weiteren Satz Stockers: „Sie versteht es darüber hinaus, pointiert und stilsicher zu formulieren, schlüssig zu argumentieren und mit Begeisterung für oder – mit guten Gründen – auch gegen ein Buch aufzutreten." Schließlich ist Schwens-Harrant seit 2002 bei der FURCHE an Bord – viele Jahre war sie „nur" für Literatur zuständig, seit 2013 verantwortet sie das gesamte Feuilleton, in dem die Literatur naturgemäß einen wichtigen Platz einnimmt.

Insgesamt wurde die Feierstunde, insbesondere die Laudatio des Koblenzer Germanisten Stefan Neuhaus, nicht zur zu einem Plädoyer für die Literatur sondern auch für das bedrohte Genre Kritik, die etwas völlig anderes ist als PR- und marketinggetriebener Ankündigungsjournalismus. Die Geehrte selbst nutzte ihre Dankesworte für einen Appell an die politsch Verantwortlichen, den Qualitätsjournalismus bzw. Qualitätsmedien, wo solche Kritik Platz findet, entsprechend zu fördern.

Die anwesenden Festgäste, darunter zahlreiche Vertreter des literarischen Lebens – Autoren, Kritiker, Verleger –, haben es jedenfalls mit Zustimmung vernommen.