Mehrfach-Preisträgerin Katrin Seidel (COPE): „Das Feuer geht nie aus“

Chefredakteurin, Projektleiterin und vieles mehr: Katrin Seidel von der Content Performance Group erzählt, wie man mit 56 Jahren Vollgas gibt, worauf es bei der Arbeit mit Kunden ankommt und warum der Wissensdurst auch nach 50 errungenen Content-Marketing-Awards niemals ausgeht.

VON PHILIPP LACKNER

Wissenschaft, Kultur, Bildung, Technik und IT, Lifestyle und noch vieles mehr: Es ist ein ziemlich breites Spektrum an Sparten, das Katrin Seidel für ihre Arbeit abdeckt, man könnte fast sagen: Es hat überhaupt keine Grenzen. Seit einem Vierteljahrhundert steht ihre Karriere im Zeichen des Corporate Publishing, seit 2006 im Dienste der STYRIA, heute für die Content Performance Group in Wien. Kundenmagazine, Videos, Bücher, Podcasts, Blogs, Infografiken: Das ist Seidels Metier. Das, und alles, was noch kommen mag.

Pionierarbeit
„Ich war damals wohl einer der ersten in dem Segment und habe auch nie mehr etwas anderes gemacht“, sagt sie kichernd, mit der Leichtigkeit und Gelassenheit einer Frau, deren Erfahrungsschatz gar nicht hoch genug einzuschätzen ist. Das merkt man alleine daran, wenn man sich ihre Referenzen vergegenwärtigt: Diners Club, Magenta, Telekom Austria oder diverse Airlines zählten zu den namhaften Kunden, die sie betreute, um nur ein paar zu nennen.

Vielfach ausgezeichnet
Heute kümmert sie sich als Chefredakteurin um das  Familienmagazin „ZWEI UND MEHR“ des Landes Steiermark – und als Projektleiterin um all das, „was von A1 aufpoppt“, wie sie sagt. Dazu zählen neben Print immer mehr digitale Inhalte, wie beispielsweise der Podcast #ConnectLive. Zuletzt gab es bei den renommierten Native Advertising Awards zwei Mal Silber in den Kategorien „Bestes Design“ und „Beste Infografik“ für die A1 eSports-Infografiken. Eine Darstellungsform, die ihr besonders am Herzen liegt: „Sie entstehen zu lassen, zu begleiten und auf den richtigen Weg zu bringen – das ist sehr spannend, jedes Mal aufregend und wirklich herausfordernd. Wenn Infografiken dann zu preisgekrönten Arbeiten werden, dann freut einen solch eine tolle Teamleistung.“ 

Dass sie damit ihre persönliche Marke von 50 internationalen Awards für Content Marketing geknackt hat, erwähnt sie in einem Nebensatz. Auch, dass sie in drei Jurys internationaler Wettbewerbe (Astrid Awards, BCM - Best of Content Marketing, Mercury Awards) vertreten ist. Sie sieht sich nicht als Trophäensammlerin, sondern einfach als Frau, die Kunden berät, ihnen Konzepte verkauft, Themen sucht, redigiert, auf Genauigkeit achtet: „Ich bin sehr streng, was Produktionspläne angeht – von der Papierauswahl bis zur Auslieferung des letzten Magazins oder eben des letzten Blogs.“

„Ich sauge alles auf“
Ohne akribische Vorbereitung läuft bei ihr nichts: „Ich recherchiere in der Tat sehr viel, sauge alles auf, um schlauer als die Kunden zu sein, um sie zu beraten. Denn Kunden legen ihre Finger immer in die Wunden, in die Wissenslücken.“ Natürlich, räumt sie ein, könne sie nicht alles wissen. Deswegen sei das verstärkte Vernetzten, das Teilen von Experten-Know-how, insbesondere im STYRIA-Konzern, auch so wichtig. Nur so könne man am Ende auch tadellose Qualität abliefern. Denn: „Kunden verlangen höchste Effizienz für ihr Geld, beste Funktionalität – und sie verzeihen nichts.“

Im Umgang mit den Geschäftspartnern schöpft sie aus den vielen Jahren Expertise, die sie zu dem geformt haben, was sie heute ausmacht: „Du musst Bedürfnisse erkennen, in Kunden hineindenken können, was sie brauchen.“ Im Laufe der vielen Jahre sei das Business viel dynamischer geworden: Kunden wollen nach wie vor Gedrucktes, aber auch Animiertes, digitale Tools, Voice-Lösungen und vieles mehr: Das sei das Spannende, die Dinge gehen nie aus. Das bedeute aber gleichzeitig: „Man darf sie nicht überfordern und ihnen das anbieten, was sie sich auch leisten können.“ Gleichzeitig sei es wesentlich, gemeinsam Verantwortung zu tragen und eine gute Zusammenarbeit zu vermitteln: „Es hilft das beste Magazin nichts, wenn zum Beispiel die Adressliste der Kunden für den Versand nicht passt.“

Antrieb ohne Ende
Genauigkeit ist das eine, Motivation das andere. Mit 56 Jahren ist Seidel jung geblieben. „Das Feuer geht nie aus, ich bin nach wie vor sehr wissbegierig.“ Ihr Credo: Sich niemals auf den Erfolgen ausruhen, sich immer auf etwas Neues einlassen – sonst wäre das Leben ja fad. Manchmal denkt sie sich: „Oh Gott, ich stehe noch am Anfang – und kann noch so viel lernen.“ Jüngst half sie einer jungen Kollegin, deren Aufgabe ihren Reiz verloren hatte, neue Begeisterung im Job zu wecken: Man könne schließlich immer etwas finden.

Erfahrungen weiterzugeben, andere an Wissen teilhaben zu lassen – etwas, das sie mit Enthusiasmus praktiziert, auch privat: In ihrer Freizeit gibt die ausgebildete Pädagogin Unterricht in Russisch und Deutsch als Fremdsprache: „Ich möchte auch weiterhin auf gutem Niveau unterrichten können, so geht mir diese Fähigkeit nicht verloren“, erzählt die Mutter einer Tochter.

Ihre Wurzeln hat gebürtige Deutsche schon seit vielen Jahren in Wien geschlagen, heute lebt sie in Stammersdorf im 21. Bezirk, an den Weinhängen des Bisambergs. Ein Ort, den sie liebgewonnen hat. Ein Glücksfall für sie, denn eigentlich war sie seinerzeit nur auf der Durchreise nach Portugal, als man ihr bei einem Zwischenstopp in Wien einen Job angeboten hat. Damals, vor 30 Jahren. Der Rest ist Geschichte.