Erdbeben in Kroatien: Wie eine Styrianerin aus Österreich für Betroffene anpackt

Styrianerin durch und durch ist Petra Plank, langjährige Projektmanagerin in der STYRIA bzw. für die Kleine Zeitung. Und auch privat ist das Anpacken ihre Sache - etwa durch die Hilfe und Unterstützung für die Opfer der jüngsten Erdbeben in Kroatien.

VON MARGOT HOHL

Was hast du dir gedacht, als du vom neuerlichen Erdbeben in Kroatien erfahren hast?
Petra Plank: Ich war betroffen und hatte sofort großes Mitleid mit den Menschen und Kollegen vor Ort.

Woher kommt eigentlich deine gefühlte „Nähe“ zu Kroatien?
Plank: Beruflich durch die jahrelange, sehr gute Zusammenarbeit mit Kollegen in Zagreb, vor allem im Team von 24sata und Vecernji list durch die gemeinsamen Themen Google, Facebook und auch die Betreuung der jüngsten Projekte des STYRIA-Innovation-Incubators mit Mitarbeitern von 24sata.

Hast du die Kollegen vor Ort kontaktiert? Wie bist du da in Kontakt?
Plank: Ja, ich habe unmittelbar nach dem ersten Erdbeben einige Kollegen kontaktiert und nachgefragt, und ich verfolge auf Facebook die Situation mittels der Posts der Kollegen.

Was sagen dir denn unsere kroatischen Kollegen? Nachdem das Erdbeben unweit von Zagreb war bzw. wir ja auch regionale Außenstellen haben: Sind Kollegen direkt von den Schäden betroffen?
Plank: Im Detail weiß ich nur von einigen Kollegen die in Zagreb wohnen, dass deren Wohnsituation nicht direkt davon betroffen ist. Aber da es bereits schon hunderte Nachbeben gab, fast täglich, mit unterschiedlichster Stärke, macht das das Leben für die Kroatinnen und Kroaten gerade schwierig. All das ist mit Angst verbunden, weil man nie weiß wie stark das nächste Beben wird – einfach unglaublich. Betroffen ist vor allem die Stadt Petrinja und das Umland, wo Häuser ganz eingestürzt sind oder oft das Dach und der Kamin beschädigt sind.

Welche Hilfe können denn österreichische Styrianerinnen und Styrianer den kroatischen Kolleginnen und Kollegen leisten? Wohin kann man sich wenden? Was wird überhaupt gebraucht und welche Möglichkeiten, zu helfen, gibt es?
Plank: Gebraucht wurden ganz am Anfang vor allem Kleidung, Decken, Zelte, Lebensmittel und Wasser. Viele können in ihre Häuser oder Wohnungen nicht zurück und wohnen in der kalten Jahreszeit in Notschlafstellen, u.a. in Zelten. Jetzt sind auch Baumaterialen gefragt, für die Reparatur der Beschädigungen, damit so schnell wie möglich wieder viele Menschen in ihre Häuser zurückkehren können. In ein paar Monaten, wenn wieder einiges aufgebaut oder repariert sein wird, sind es eventuell Möbel etc., die gebraucht werden können.

Wie kann man konkret helfen?
Plank: Helfen kann man auf unterschiedliche Weise, es gibt gerade einige Hilfsaktionen und Aufrufe. Eine Möglichkeit ist das Spendenkonto des Initiators der beiden Hilfskonvois, den ich am 8. Jänner begleitet habe. Dies ist nach wie vor offen (Kontonummer AT66 3825 2000 0105 6266 bei der Raika Nestelbach-Eggersdorf; "Katastrophenhilfe Petrinja") – eine nächste Hilfslieferung ist vermutlich im Frühjahr bzw. Sommer angedacht. Aktuell ist viel Material vor Ort, auch von anderen Hilfslieferungen. Hier berichte ich im Detail auf meinbezirk.at über den Konvoi aus der Steiermark.

Wie berichten unsere kroatischen Medien vor Ort?
Plank: Sie berichten online und 24sata via Live-Video auf Facebook, und schon nach zwei Tagen waren es über eine halbe Million Aufrufe allein dort. Zählt man noch die Berichterstattung von Vecernji list auf Facebook dazu, dann sind es fast 600.000 Aufrufe und nahezu 10.000 Likes sowie ca. 1800 meist sehr positive Kommentare. Ich habe nicht alle gelesen, aber die, die ich gelesen habe waren alle voller Dank und Freude.

Was würdest du dir von den Styrianerinnen und Styrianern in Österreich wünschen?
Plank: Hinzuschauen und zu helfen, selbst wenn es nur „kleine“ Taten oder Spenden sind, die man tut oder gibt, damit meine ich nicht nur das Erdbeben in Kroatien … wenn ich etwas lernen durfte bei dieser Hilfsaktion: Wirklich Großes entsteht nur gemeinsam … - egal wie viel jeder gibt und tut, wenn jeder angreift und hinschaut, kann ganz viel geschehen und verändert werden. „Be the change you want to see in the world” von Gandhi ist einer meiner Leitsätze, nicht erst seit diesen Erdbeben.

Fotos (c) Edi Aldrian