Der Dauerläufer von SPORTaktiv

Keine einfache Zeit haben die Kolleginnen und Kollegen unseres Freizeitsport-Magazins hinter sich, machte sich Corona doch stark im Geschäft bemerkbar. Umso erfreulicher, dass es jetzt wieder bergauf geht. Chefredakteur Klaus Molidor über die druckfrische Ausgabe, den Trend zur Bewegung in der Natur, Stressresistenz und seine eigene Passion, das Laufen.

VON PHILIPP LACKNER

Einer, der gleich einmal aufgibt, oder dem schnell einmal die Luft ausgeht, ist Klaus Molidor nicht: Wer (im Team, etwa mit Kleine-Zeitung-Redakteuren) von Los Angeles nach Las Vegas, von Vorarlberg bis an den Neusiedlersee oder – natürlich in Eigenregie – von Zuhause bis zur Arbeit läuft, muss schon ein gewisses Durchhaltevermögen mitbringen. „Für mich ist es leichter, über etwas zu schreiben, das ich selbst mache – da profitiere ich von meiner Leidenschaft“, so Molidor (45), Chefredakteur von Österreichs größtem Freizeitsportmagazin SPORTaktiv, das im vergangenen Jahr sein 20-Jahr-Jubläum feierte.

Es geht bergauf
Seit mehr als drei Jahren leitet der Grazer die kleine, aber schlagkräftige Redaktion der Marke. Herausforderungen gab es in der Zeit einige zu bewältigen, die größte – die Corona-Pandemie – hält die Mannschaft nach wie vor in Atem. So bildet der Tourismus, neben der Sportindustrie, eine Säule im Werbemarkt. In Zeiten geschlossener Hotels ist das Wirtschaften natürlich schwierig. Aber wer mit Bedingungen wie 0 Grad bei Nacht, streunenden Hunden und Klapperschlangen beim Lauf durch die US-amerikanische Wüste fertig wird, verliert auch in solchen Phasen nicht den Glauben und den Mut an sich selbst und an das Produkt: „Wir sind echt begeistert, wie wir das alles gemeinsam unter diesen Umständen geschafft haben. Die Lage beginnt sich jetzt zu entspannen.“ 

Neue Ausgabe mit Fahrrad-Guide
Nach der Februar-Ausgabe erscheint dieser Tage das zweite Heft des Jahres, eine mehr als ordentliche April-Nummer mit einem 156-Seiten starken Bike-Guide. Molidor: „Was uns in der Krise hilft, ist dieser ungebrochene Trend zur Bewegung in der Natur, da liegen wir am Puls der Zeit.“ Freuen darf man sich in der jüngsten Ausgabe wieder auf eine spannende Mischung aus Storys und Service. Etwa auf ein Porträt über die erste Frau in der Tiroler Bergrettung, Interviews mit Sportminister Werner Kogler, Ex-Skirennläufer Matthias Lanzinger, Tipps für die letzten Skitouren des Winters oder ein Ausblick auf die Laufsaison, deren Events sich wohl gedrängt in den Herbst schieben werden.

Ob in dem Magazin eigentlich auch Raum für Kritik angebracht ist? „Wir sind natürlich kein investigatives Medium“, sagt Molidor, „aber unsere multimedialen journalistischen Darstellungsformen sind breit gefächert, und wo Kritik angebracht ist, da ist sie auch in Ordnung.“ Das müsse aber ausbalanciert sein. Denn: „Sinnloses Hinhauen ist nicht unsere Sache.“

Von Handwerk, Stress und Physiotherapie
Gelernt hat Molidor sein Handwerk einst bei der Kleinen Zeitung, wo er neun Jahre als Sportredakteur über Fußball und Motorradrennen berichtet hat. „Das aktuelle Arbeiten geht mir manchmal schon ab, aber nur in dosierter Form“, erzählt er augenzwinkernd. Neben dem journalistischen Rüstzeug hat er aus dieser Zeit auch Stressresistenz mitgenommen. Erfahrungen, die auch bei der Arbeit im Magazin wertvoll sind. 

Was ihn derzeit aber doch etwas ärgert: „Laufen kann ich gerade nicht.“ Ein Haarriss im Kreuzbein, bedingt durch Überlastung, zwingt ihn zur Pause: „Das ist einfach nur lästig.“ Aber auch hier blickt der Dauerläufer positiv in die Zukunft: „Jetzt ist Physiotherapie angesagt, mit Mobilisierung und Kräftigung. Dann wird das schon wieder.“