Das ist der Mann hinter dem „Unternehmens-Oscar“ der „Presse“

Die Austria‘s Leading Companies (ALC) gehen heuer in ihr 21. Jahr. Ihr Organisator ist Hans Pleininger (52), der den Wettbewerb der „Presse“ wie kein anderer kennt. Warum der Preis für ihn der Oscar der heimischen Unternehmerbranche ist und warum es ihm auch nach 20 Jahren in der Verantwortung der ALC niemals fad wird, erklärt er im Interview.

 

Was sind die Austrian Austria’s Leading Companies überhaupt?
HANS PLEININGER: Austria’s Leading Companies, kurz ALC – das ist kein Beauty-Contest, sondern ein Fakten-basierter Wettbewerb für erfolgreiche Unternehmen. Ich würde fast sagen, wir sind so etwas wie der Oscar für die heimische Wirtschaft. 

Das müssen Sie jetzt bitte ausführen …
PLEININGER: Damals, Mitte der Neunziger 1990er Jahre, stand das Unternehmertum im Schatten anderer Themen. Man musste sich schon fast für Erfolg entschuldigen. Deswegen wurde der Award seinerzeit noch vom WirtschaftsBlatt ins Leben gerufen – um die Wirtschaft und ihre Erfolge in einen würdigen Rahmen zu rücken. Heute ist der Wettbewerb etwas, das sich intensiv mit der Dynamik der Wirtschaft auseinandersetzt und Erfolg anhand von gewissen festgelegten Parametern messbar und vergleichbar macht.

Das heißt, Sie setzen auf Benchmarks. 
PLEININGER: Es ist jedenfalls kein x-beliebiger Preis, den eine Jury vergibt. Es war immer schon das Bestreben, Unternehmen objektiv zu bewerten. Deswegen beruht unser Bewertungssystem auf Leistungskennzahlen. Das hat sich auch bestens bewährt. Im Wesentlichen kommt es uns auf zwei Säulen an: auf Wachstum und auf ein finanziell stabiles Fundament.

Welche Parameter sehen Sie sich genau an?
PLEININGER: Rund zehn Zahlen stehen bei uns im Fokus. Darunter etwa Umsatzwachstum, Umsatzrentabilität, Verschuldungsgrad, Eigenkapital und Bonität, dazu noch diverse weitere Kennzahlen, die sich aus den Bilanzen ergeben. Die Unternehmen müssen vier Jahresabschlüsse einreichen, die jüngsten drei Geschäftsjahre werden zur Bewertung herangezogen. Damit wollen wir vermeiden, dass kurzzeitige Schwächen oder auch Big Points zu viel Ausschlag geben. Du musst also drei gute Jahre abliefern, um vorne mitzumischen. Das ist unsere Herangehensweise, nachhaltig gute Unternehmen auszuzeichnen.

Mitmachen können aber nicht nur Große, oder?
PLEININGER: Das stimmt. Wir bewerten auch kleine Unternehmen, die sonst diese Publicity nie hätten. Deswegen gibt es bei uns auch in der Kategorie „National tätige Unternehmen“ auch zwei Wertungen: Jene für Unternehmen bis maximal zehn Millionen Euro Umsatz und jene, die mehr Umsatz erwirtschaften. Darüber hinaus vergeben wir auch eine Auszeichnung in der Kategorie „International tätige Unternehmen“. Mitmachen kann bei ALC jedes Unternehmen, das seinen Firmensitz in Österreich hat.

Wobei Sie ja auch in die Bundesländer gehen …
PLEININGER: Auch das ist richtig: Wir küren Landes- und Bundessieger. Mit unseren Veranstaltungen sind wir dort, wo sich die Wirtschaft trifft.

Wer macht da alles mit?
PLEININGER: Sagen wir so: Es machen immer Hunderte Unternehmen mit, 300 bis 500 jährlich. Rund 50 Prozent sind zum wiederholten Male dabei.

Was ist überhaupt der Anreiz mitzumachen? Oder anders gefragt: Was unterscheidet die Austria's Leading Companies von anderen Wirtschaftspreisen – abgesehen vom Bewertungssystem?
PLEININGER: Das beginnt schon einmal bei der Einreichung. Diese läuft über unsere Partner: den KSV1870, der die Eingaben prüft und PwC Österreich, die für die Auswertung zuständig ist. „Die Presse“ organisiert die Events und begleitet den Wettbewerb für die Öffentlichkeit. Für die Unternehmen bieten sich daraus folgende Vorteile: Auf Wunsch teilt Ihnen PwC nach Prüfung der Daten mit, in welchen Bereich sie besonders gut und wo sie weniger gut unterwegs sind. Neben dieser Vergleichbarkeit bekommen sie eine ganz besondere Bühne für ihre Erfolgsgeschichte und können die Gala als Wirtschaftsplattform zum Netzwerken nutzen. Wichtig ist, dass wir bei den Zahlen bis auf den jüngsten Umsatz und die Mitarbeiteranzahl nichts publizieren. Wir geben auch sonst nichts nach außen. Da bin ich der Zahlenhüter. 

Wie lange sind Sie eigentlich schon dabei?
PLEININGER: Zwar nicht bei der Geburt von ALC aber seit Kindesbeinen. Seit dem Jahr 2000 hat mich das Projekt nicht mehr losgelassen. Aus dem ALC ist eine Marke mit Gewicht geworden, die ich nachhaltig mitentwickeln durfte. 

Das heißt, Sie müssen in der Zwischenzeit sehr, sehr viele Unternehmen ziemlich gut kennen.
PLEININGER: Das tue ich wahrscheinlich. Seit Start des Wettbewerbs konnten wir etwa 1800 Unternehmen auf der Bühne auszeichnen. Wenn ich sie betreue, arbeite ich immer nach diesem Grundsatz: Sich treu bleiben, sich nie selbst in den Vordergrund rücken, sondern die Unternehmen – immer fair und rücksichtsvoll. Das ist eine Riesenverantwortung und da braucht es Sensibilität.

Wie sieht Ihre Rolle konkret aus?
PLEININGER: Ich bin der redaktionelle Leiter der Austria’s Leading Companies. Alles, was dabei mit Umsetzung und Organisation zu tun hat, läuft über mich. Ich schreibe also, organisiere und bringe die Veranstaltung medial voran – da geht es um Recherche, um Bilder, um Inhalte, die man in lebendigen Stories festhält. Es gibt ja alleine so viele Hidden Champions. Im Hintergrund gibt es aber auch enorme Unterstützung durch unser „Presse“-Eventmarketing, dem Marketingteam und durch die Redaktion.

Das klingt, als ob der Reiz für Sie nach wie vor sehr hoch ist. 
PLEININGER: Das ist er nach wie vor. Man darf bei Geschichten dabei sein, die man begleitet und mitprägt. Vom Entlein zum Schwan sozusagen. Die vielfältigen Herausforderungen machen es spannend und es wird nie fad. Wenn ich dann bei der Gala in die glücklichen Gesichter sehe, erfüllt mich das mit stiller Freude und ich spüre, dass wir alle einen guten Job gemacht haben.